ISO/IEC 12207 Zertifikat | Software-Lebenszyklus

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Systemzertifizierungen
ISO/IEC 12207 Zertifikat
Zertifikat für den Software-Lebenszyklus
Was ist ISO/IEC 12207?
Die Norm beschreibt die Phasen eines Softwareprojekts: Planung, Entwurf, Entwicklung, Betrieb und Wartung. Sie definiert die Wechselwirkungen dieser Phasen und sorgt damit für eine wirksame Prozesssteuerung und die Erreichung der Projektziele.
ISO/IEC 12207 gliedert sich in folgende Hauptbereiche:
- Anfangsprozesse: Hier werden die System- und Software-Anforderungen sowie die Software-Architektur festgelegt. Diese Prozesse laufen in der Planungsphase eines Projekts.
- Entwicklungsprozesse: Dieser Abschnitt deckt Entwurf, Codierung und Test der Software ab.
- Betriebsprozesse: Hier sind Auslieferung an die Anwender und der Betrieb der Software geregelt.
- Wartungsprozesse: Dieser Bereich umfasst regelmäßige Wartung und Updates, damit die Software stabil läuft.
- Unterstützende Prozesse: Hierzu zählen Dokumentation, Konfigurationsmanagement und Qualitätssicherung.
Die Norm macht Entwicklung und Wartung von Software vorhersehbarer und steuerbarer und trägt damit zur höheren Qualität der Software-Produkte bei.
Kernanforderungen der ISO/IEC 12207
ISO/IEC 12207 beschreibt und steuert die Prozesse im Software-Lebenszyklus. Die Kernanforderungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Prozessdefinition: Alle Prozesse, Teilprozesse und Aktivitäten sind eindeutig definiert. Dazu zählen die Phasen Initiierung, Planung, Umsetzung, Steuerung und Abschluss.
Überwachung und Lenkung: Die Norm fordert die regelmäßige Überwachung und Lenkung der Prozesse. So lässt sich prüfen, ob die erwarteten Ergebnisse erreicht werden.
Prozessverbesserung: Prozesse werden kontinuierlich verbessert und weiterentwickelt, um die Qualität von Abläufen und Ergebnissen zu erhöhen.
Schulung und Kompetenzaufbau: Die Norm legt fest, welche Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen das Personal benötigt, um die Prozesse wirksam umzusetzen.
Dokumentation: Alle Prozesse und Aktivitäten werden dokumentiert und protokolliert. Das ist die Grundlage, um die Wirksamkeit zu bewerten und Verbesserungen abzuleiten.
Qualitätsmanagement: Die Norm verlangt die Umsetzung von Qualitätsmanagementsystemen und -prozessen. Damit lässt sich die Produktqualität sichern und kontinuierlich verbessern.
Die Norm steigert die Wirksamkeit der Softwareprozesse und unterstützt den erfolgreichen Projektabschluss. Sie erhöht Qualität und Verlässlichkeit der Software, senkt Kosten und sichert die fristgerechte Fertigstellung.
Wie erhalten Sie eine ISO/IEC-12207-Bestätigung?
Für ISO/IEC 12207 gibt es keine direkte Zertifizierung, denn die Norm dient typischerweise als Leitfaden zur Steuerung der Softwareprozesse. Eine Organisation kann jedoch nachweisen, dass sie die Norm wirksam anwendet, indem sie bestimmte Schritte umsetzt.
Diese Schritte umfassen:
Norm verstehen: Der erste Schritt ist das genaue Verständnis der Norm und ihrer Anforderungen. Dazu gehört, die Norm selbst zu lesen und auszuwerten.
Prozesssteuerung: Ein wesentlicher Teil der wirksamen Anwendung ist es, ein System zur Steuerung der Softwareprozesse aufzubauen.
Schulung: Alle Beteiligten verstehen die Anforderungen der Norm und wissen, wie die Softwareprozesse zu steuern sind.
Umsetzung: Im nächsten Schritt wird die Norm angewandt. Das umfasst Steuerung und Regelung der Softwareprozesse.
Überprüfung und Bewertung: Die Organisation prüft und bewertet ihre Prozesse regelmäßig. Damit lässt sich feststellen, ob die Anforderungen der Norm erfüllt sind.
- Sind diese Schritte umgesetzt, ist die Konformität mit der Norm belegt. Für die formale Bestätigung der Konformität ist in der Regel eine externe Begutachtung oder Bewertung nötig. Diese wird üblicherweise von einer unabhängigen Bewertungs- oder Beratungsstelle durchgeführt.
- Eine solche Bewertung beinhaltet eine detaillierte Prüfung der Prozesse und der Dokumentation. Sie bestätigt die Konformität mit der ISO/IEC 12207 und endet in einer Konformitätsbestätigung. Diese zeigt Kundinnen und Kunden, Stakeholdern und Aufsichtsbehörden, dass die Organisation normkonform arbeitet.
- Auch wenn ISO/IEC 12207 keinen direkten Zertifizierungsprozess vorsieht, finden sich vergleichbare Prozesse und Prinzipien in anderen ISO-Normen wie ISO 9001. Diese Normen lassen sich zertifizieren und dokumentieren, dass das QMS einer Organisation den jeweiligen Anforderungen entspricht.
Preis der ISO/IEC-12207-Konformitätsbestätigung
Eine pauschale Preisangabe ist schwierig, da mehrere Faktoren das Preisbild prägen:
Beratungsleistungen: Häufig benötigt die Organisation Beratungsunterstützung beim Verständnis und der Umsetzung der Norm. Die Kosten richten sich nach Tagessatz, Projektdauer und Umfang der Leistung.
Schulungskosten: Das Personal muss die Anforderungen der Norm verstehen und umsetzen. Schulungskosten hängen von Dauer, Umfang und Trainerhonorar ab.
Audit- und Bewertungskosten: Für den Nachweis der Konformität ist eine externe Bewertung nötig. Die Kosten hängen vom Auditorenhonorar, der Auditdauer und dem Umfang ab.
Gebühren der Stelle: Für die Konformitätsbestätigung ist eine Gebühr an die Bewertungsstelle fällig. Die Höhe richtet sich nach Preispolitik der Stelle und Art der Bestätigung.
Eine pauschale Preisaussage ist daher nicht seriös. Der Preis variiert deutlich nach Anforderungen der Organisation, Komplexität der Umsetzung und den genannten Faktoren.
Wer eine Konformitätsbestätigung zur ISO/IEC 12207 anstrebt, sollte mit einer Beratungs- oder Bewertungsstelle sprechen und ein konkretes Angebot einholen. Auch zu Nutzen und Kosten lässt sich in dieser Beratung tiefer einsteigen.

















